16.11.2020

Christian Wulff fordert sofortige Hilfe

Kommunen und Länder müssen endlich die Chöre unterstützen

Die Kulturpolitiker der Kommunen und Länder sieht Christian Wulff, Präsident des Deutschen Chorverbandes, gefordert, Chören zu helfen. „Wir drängen auf Ausfallhilfen und Mietverzichte für Chöre seitens der Kommunen und auf Zuwendungen, wenn Vereine in Not geraten“, sagte er am Wochenende in einem Interview mit der »Leipziger Volkszeitung«. 

Die Kulturpolitiker der Kommunen und Länder sieht Christian Wulff, Präsident des Deutschen Chorverbandes, gefordert, Chören zu helfen. „Wir drängen auf Ausfallhilfen und Mietverzichte für Chöre seitens der Kommunen und auf Zuwendungen, wenn Vereine in Not geraten“, sagte er am Wochenende in einem Interview mit der »Leipziger Volkszeitung«. Er verwies dabei auf Programme, wie sie Baden-Württemberg und Bayern hätten. Er drängte die Länder, in deren Verantwortung die Kultur liege, zu handeln. Auf Bundesebene müsste  endlich die Milliarde Euro ausgezahlt werden, die für Kultur bereitgestellt wurde.

 

Verantwortungsvoll hätten die Theater, Konzertsäle und Museen zwischen der ersten und der zweiten Lockdownphase agiert, lobte Christian Wulff. Er verweist auf „sensationelle Hygienekonzepte im Kulturbereich.” Um so bitterer sei es, dass die Kulturschaffenden „jetzt ein zweites Mal in Mitleidenschaft gezogen werden, weil andere Regeln missachten.” 

 

Chöre seien nach einer „Schockstarre am Anfang des ersten Lockdowns“ mit viel Kreativität der Situation entgegengetreten. „Onlineproben mit gewisser Latenz, Stimmbildung, ein virtueller Chor, der sogar den Publikumspreis beim Opus Klassik gewonnen hat”, stünden als Beispiele hierfür. Er lobte die Ausdauer, Disziplin und Geduld, die er gerade jetzt bei der Arbeit im Deutschen Chorverband beobachte. Dennoch fehle den Chören das unkomplizierte gemeinsame Singen und Auftreten. 

 

In einer „dramatischen Notlage” befänden sich die zahlreichen freiberuflichen Chorleiter*innen. Sie leisten „einen großen Beitrag zum Zusammenhalt unserer Gesellschaft.” Seit Monaten fehlen den Chorleiter*innen die Einnahmen aus Konzerten und Aufführungen. Bund, Länder und Kommunen müssten hier unterstützen und dabei über die geplante November-Monatshilfe und die Verweise auf den Bezug von Hartz IV weit hinausgehen.

 

Christian Wulff mahnt in dem Interview mit der Leipziger Volkszeitung eine gesellschaftliche Debatte über die Verantwortung des Einzelnen als überfällig an.

 

Das Interview ist nachzulesen in der Leipziger Volkszeitung vom 14. November 2020 und in der Online-Ausgabe der Zeitung (hinter einer Bezahlschranke; es kann jedoch die LVZ testweise kostenfrei gelesen werden).

Christian Wulff. 

© Laurence Chaperon


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